»Eine tote Partei«

Interview in der Jungle World vom 23.12.2015:

Die Partei »Allianz für Fortschritt und Aufbruch« (Alfa), eine Abspaltung der Alternative für Deutschland, hat es im Raum Pinneberg bei Hamburg nicht leicht. Versuche, eine Veranstaltung abzuhalten, wurden entweder von Antifaschisten vereitelt oder die Veranstaltungsräume wurden wieder gekündigt. Funktionäre der Partei wehren sich dagegen, als Rechtsex­treme und Rassisten bezeichnet zu werden. Jürgen Joost, Vorsitzender der Alfa in Schleswig-Holstein, hat nun eine Anzeige gegen den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, gestellt. Dieser hatte sich öffentlich zur Alfa geäußert. Seibert hat mit der Jungle World gesprochen. Continue reading

international career

“Sometimes German words end up having an international career. Kindergarten is one of them, Blitzkrieg another. Willkommenskultur could be next. […]
Those with a particularly sensitive ear may detect an air of passive aggression in the manner in which Germans seek to highlight their goodness these days. […]
What is going to happen, when the new refugees demand more than a tent, a bottle of water and a slice of bread? How will German society deal with this next turning point? What if it turns out that not every refugee has the skills to equip them for the “made in Germany” brand? Will Willkommenskultur end, when it involves not just singing Hallelujah together, but helping people to become autonomous and articulate their own wishes? Will the liberal segment of German society that is drawing so much praise right now have the determination to fight their own government and abolish Dublin III and Schengen? Or will “Willkommen” be just a slogan on the doormat again?”

Doris Akrap in the guardian.

Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft

Rezension in der Erziehungswissenschaftlichen Revue – EWR 14 (2015), Nr. 4 (Juli/August)

Rosa Fava
Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft
Eine rassismuskritische Diskursanalyse
Berlin: Metropol 2015
(397 S.; ISBN 978-3-8633-1202-2; 24,00 EUR)
Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft

Gute Deutsche und die Defizite der »Anderen«

Rosa Fava plädiert für eine rassismuskritische Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft

Rezension in der analyse & kritik. Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 605 / 19.5.2015

Von Johannes Spohr

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus und die Shoah hat in Deutschland seit 1990 eine immense Aufwertung erfahren. Die einst dominierende Verdrängung ist zumindest auf politisch-repräsentativer Ebene einer Indienstnahme für nationale Identifikation gewichen. Die Anerkennung der nationalsozialistischen Verbrechen ist in einigen gesellschaftlichen Sphären längst zur Grundlage politischen Handelns geworden. Immer häufiger ist statt trotz Auschwitz wegen Auschwitz zum Credo einer selbstbewussten Nation geworden. Diesen Prämissen folgend hat sich auch in den Erziehungswissenschaften ein Diskurs entwickelt, der Gegenstand der rassismuskritischen Analyse »Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft« von Rosa Fava ist. Continue reading

Herz und Hass

Artikel in der Jungle World vom 5.3.2015:

Raucherecke von Johannes Spohr

Der Lichtblick ist eigentlich Dresdens Sache nicht. Doch es gibt Momente, in denen man hoffen kann, die Dinge würden nicht nur schlechter. Während 400 Anhänger des britischen Pegida-Ablegers in Newcastle eine Niederlage erleiden, demonstrieren etwa 4000 Menschen unter dem Motto »Refugees welcome« in Sachsens Landeshauptstadt. Continue reading

“Nichts und Niemand vergessen”

Pegida, NSU, rassistische Mobilisierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte, staatliche Flüchtling- und Asylpolitik, der Mord an Khaled Bahray in Dresden. Es mangelt nicht an aktuellen Bezugspunkten, die sich mit dem Gedenken an den Brandanschlag vom 18. Januar 1996 in Lübeck verbinden lassen. Etwa 4500 Menschen unterschiedlicher politischer Spektren gingen daher am Samstag unter dem Motto „refugees welcome“ dort auf die Straße. Continue reading

“Für rassistische Täter herrscht nahezu Straflosigkeit”

Interview in der Jungle World vom 27.11.2014:

Anastasia Denisova aus Moskau arbeitet in der NGO Civic Assistance Committee (CAC), die seit 1990 vor allem Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten unterstützt. Vor kurzem war sie Referentin in Berlin, bei einer Veranstaltung von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« zum Umgang von Gesellschaft und Staat mit rassistischer Gewalt. Mit ihr sprach die Jungle World über die Zunahme rassistischer Übergriffe in Russland. Continue reading

So scheint es

Sabine Rennefanz, vielbesprochene Autorin von „Eisenkinder. Die stille Wut der Wendegeneration“ wies in ihren Lesungen und in Interviews zum Buch mehrfach darauf hin, dass es nur glücklichen Umständen zu verdanken sei, dass sie, Jahrgang 1974, aufgewachsen in Eisenhüttenstadt, Generation „Wendekind“ nicht (auch) den Weg in die neonazistische Szene der frühen 1990er Jahre im Osten genommen habe. Ein klein wenig rassistische Selbstverständlichkeit scheint aber doch hängengeblieben zu sein. Continue reading