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»Die Ukraine 1943/44: Entscheidungen im Kontext der deutschen Kriegsniederlage«

Johannes Spohr untersucht derzeit im Rahmen eines Promotionsprojektes an der Universität Hamburg die Spezifika des Rückzugs der Deutschen im Zweiten Weltkrieg, eine bisher wenig erforschte Phase des Raub-, Eroberungs- und Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion. Eine angemessene Annäherung an diese komplexe Situation kann nur durch ein multiperspektivisches Verfahren gelingen. Einbezogen werden Quellen unterschiedlicher Akteur_innen und Provenienz, unter ihnen diejenigen selten beachteter Betroffener nationalsozialistischer Gewalt. Interaktionen zwischen und Dynamiken unter diesen Akteursgruppen werden ebenso beschrieben wie ideologische, institutionelle und situative Faktoren ihrer Entscheidungsfindung. Im Mittelpunkt steht dabei das Gebiet, das die Nationalsozialisten zum Generalbezirk Shitomir im Reichskommissariat Ukraine erklärten und das heute etwa die Oblaste Žytomyr und Vinnycja umfasst. Die dort Interviewten gehören zu den letzten Zeitzeug_innen der Ukraine unter deutscher Besatzung.

In diesem Rahmen sind unter anderem folgende Texte entstanden:

Die Ukraine 1943/44. Nationalsozialistische Gewalt und ihre Vergegenwärtigung in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit, in: Alexandra Klei/Katrin Stoll (Hrsg.): Leerstelle(n)?
Der deutsche Vernichtungskrieg 1941–1944 und die Vergegenwärtigungen des Geschehens nach 1989, Berlin 2019.

online verfügbar:

Beitrag im Doktorand_innenjahrbuch 2017 der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter diesem Link.

»A PhD project ›Ukraine 1943/44: decisions during the German retreat‹, its methods and the necessity of local research«. In: Storіnki vojennoї іstorії Ukraїni, Zeitschrift des Instituts der Geschichte der Ukraine, 2017, Nr. 19, S. 115-123. Abrufbar unter diesem Link.