Veranstaltungen rund um den 27. Januar in Bremen

»Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Gedenktag dient nicht nur dem Zweck, ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, sondern soll auch aktuelle Bezüge haben. Auch 2017 wird in Bremen ein Programm mit fast 50 Veranstaltungen präsentiert. Organisiert von einer großen Zahl von Kooperationspartnern gibt es zwischen Anfang Januar und Ende März Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge und Theaterstücke, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Erinnerung daran auseinandersetzen.«

Am Mittwoch, den 11. Januar findet in diesem Rahmen eine Filmvorführung und Diskussion zu NS-Täterschaft in der eigenen Familie statt.

Das vollständige Veranstaltungsprogramm gibt es hier als PDF.

»Nationalsozialistische Täterschaften«: Veranstaltungen

Im September und Oktober folgen zwei Veranstaltungen zum Sammelband »Nationalsozialistische Täterschaften« sowie der Begleit-DVD:

Donnerstag, 15. September 2016, 19:00 Uhrin der Topographie des Terrors in Berlin (Ankündigung als PDF).

Sonntag, 9. Oktober 2016 im Abaton-Kino in Hamburg (Ankündigung als PDF).

»Nur wer sich erinnert, kann sich emanzipieren.«

Interview zu familienbiografischen NS-Recherchen und Öffentlichkeit auf dem Blog Reflections on Family History Affected by Nazi Crimes:

 

Der Historiker Johannes Spohr, Enkel eines Wehrmachtsoffiziers, und andere Nachkommen von NS-Täter_innen lesen im Rahmen der Präsentation des Sammelbands „Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie“ am 5. April 2016 aus ihren Beiträgen vor und sprechen mit dem Herausgeber Dr. Oliver von Wrochem über ihre Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte.*

In seinem Beitrag „Ball gegen die Auffahrt“ beschreibt Johannes Spohr die Recherche über die Taten seines Großvaters, heftige Widerstände in seiner Familie gegen seine Nachforschungen und die Erkenntnis, dass zwar manche Fragen unbeantwortet bleiben, aber dass er sich sicher sein kann, dass sein Großvater zumindest ein Opportunist gewesen ist. Continue reading

Harmonie ohne Minen

Erschienen in der Phase 2 #49, Herbst 2014:

Zur Erinnerung an den Nationalsozialismus im familiären Gedächtnis

»Die ganze Zeit quatscht er vom Krieg, vom Don und von der Wolga. Jeden Tag erzählt er mir wie toll es in der Wehrmacht war. Opa, halt’s Maul!« (Terrorgruppe – Opa halt’s Maul!).

Der Text der Fun-Punkband Terrorgruppe, erschienen 1996 auf dem Album »Melodien für Milliarden«, zeigt zwei Punkte auf, die ich in diesem Text verdeutlichen will: Die Täter_innen haben nicht per se geschwiegen, und: Seit Erscheinen des Songs hat sich einiges getan. Scheinbar befindet sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in den Familien in einem Wandel. Continue reading