Erschienen und vorgestellt: »Verheerende Bilanz«

Gerade erschienen im Neofelis Verlag:

Biografische Erfahrungen zweier jüdischer Linker

Klaus Rózsa, Jahrgang 1954, und Wolfgang Seibert, Jahrgang 1947, vereint eine aktivistische, linksradikale und jüdische Biografie, die immer wieder von Zweifeln an und Brüchen mit der Linken geprägt war und es bis heute ist. Aktiv waren sie u.a. in militanten, antiimperialistischen und antizionistischen Zusammenhängen und haben dabei auch Positionen vertreten, die sie heute vehement kritisieren. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten und ausgelöst u.a. durch Aktionen militanter Gruppen distanzierten sie sich von diesen und setzten sich kritisch in Bezug zum Weltbild des Antiimperialismus. Nichtsdestotrotz definieren sie sich heutzutage als linksradikal und aktivistisch und sind in zahlreichen Initiativen aktiv. Ihre politischen Analysen der Gegenwart beruhen auch auf ihren biografischen Erfahrungen mit verschiedenen Formen des Antisemitismus inner- und außerhalb der Linken. Dazu gehören nicht zuletzt Reflexionen über die eigenen Familiengeschichten. Continue reading

Weltbilder im Wandel

Miklós Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert sprechen über den Wandel ihrer Positionen zu Zionismus, Antisemitismus und Israel.

Vorabdruck aus »Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken« in der Jungle World vom 14. April 2017.

Klaus Rózsa, Jahrgang 1954, und Wolfgang Seibert, Jahrgang 1947, vereint eine aktivistische, linksradikale und jüdische Biografie, die immer wieder von Zweifeln an und Brüchen mit der Linken geprägt war und ist. Ihre vehemente Kritik an einst selbst unterstützten Positionen militanter, antiimperialistischer und antizionistischer Zusammenhänge haben sie in ihren heutigen Aktivismus integriert.

Auf der Grundlage von Veranstaltungen, Interviews und Gesprächen entstand eine Textmontage, die eine Vielzahl von Themen und zugehörigen Geschichten beinhaltet. Kontextualisiert und ergänzt durch einen einleitenden Essay werden beispielhafte wie anschauliche Einblicke in Genese und Kritik dichotomer Weltbilder wie das des Antiimperialismus geliefert. Continue reading

»Eine tote Partei«

Interview in der Jungle World vom 23.12.2015:

Die Partei »Allianz für Fortschritt und Aufbruch« (Alfa), eine Abspaltung der Alternative für Deutschland, hat es im Raum Pinneberg bei Hamburg nicht leicht. Versuche, eine Veranstaltung abzuhalten, wurden entweder von Antifaschisten vereitelt oder die Veranstaltungsräume wurden wieder gekündigt. Funktionäre der Partei wehren sich dagegen, als Rechtsex­treme und Rassisten bezeichnet zu werden. Jürgen Joost, Vorsitzender der Alfa in Schleswig-Holstein, hat nun eine Anzeige gegen den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, gestellt. Dieser hatte sich öffentlich zur Alfa geäußert. Seibert hat mit der Jungle World gesprochen. Continue reading

Audio: “Ich bin immer noch militant” #2

Mitschnitt der Veranstaltung “Ich bin immer noch militant” #2 am 8.12.2014 in Hannover. Wir sprechen mit Rózsa und Seibert über ihr jüdisches und ihr linkes Selbstverständnis, ihre Enttäuschungen, Resignation, neue Hoffnungen, über Antisemitismus und die Linke.

Zum Link auf Freie Radios geht’s hier.

Infos zu den Veranstaltungen finden sich hier.

“Ich bin immer noch militant” #2

Veranstaltungen in Leipzig, Frankfurt und Hannover:

Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert im Gespräch über ihr jüdisches und linkes Selbstverständnis

Donnerstag, 4. Dezember, 19 Uhr, Leipzig, „Institut für Zukunft“
Freitag, 5. Dezember, 19 Uhr, Frankfurt, ehemaliges Polizeigefängnis „Klapperfeld“
Montag, 8. Dezember, 20 Uhr, Hannover, „Sturmglocke“

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Täuschung, Vernichtung und Orchester.

Doppelrezension Theresienstadt.

Erschienen auf rosalux.de. Eine gekürzte Version ist in der aktuellen Ausgabe der Analyse & Kritik erschienen.

von Johannes Spohr

9. Juli 1943

Papa hat mir eine riesige Freude gemacht, er ließ für mich mein Wahrzeichen malen, den Leuchtturm. Leuchtturm – Freiheit – Hoffnung – Selbstständigkeit – Sei bereit –

Einige von den Nationalsozialisten geschaffenen Mythen haben sehr lange überdauert. Dazu gehört, dass die Existenzbedingungen in Theresienstadt gut oder zumindest besser als in den anderen Lagern gewesen seien und der Ort ein „bevorzugter Ort” für deutsche Juden bzw. ein privilegiertes „Altersghetto” sei. Zwei neuere Veröffentlichungen zum Ort Theresienstadt konfrontieren diese Mythen: die persönlichen Erinnerungen von Helga Pollak-Kinsky sowie eine wissenschaftlich-quellenbasierte Monografie des Historikers Wolfgang Benz. Continue reading