“Nazis kannte man sowieso nicht”

Artikel in der Jungle World vom 2.1.2015:

Ellen Reim ist Redakteurin der Kreiszeitung Wesermarsch im niedersächsischen Nordenham. Für einen Artikel über die NS-Vergangenheit des von der Gemeinde geehrten und bis heute geachteten Nordenhamer Bürgers Rudolf Spohr hat sie den Journalistenpreis des Presseklubs Bremerhaven-Unterweser erhalten. Spohr, der 2006 gestorben ist, war unter anderem als Ordonnanzoffizier im Oberkommando des Heeres der Wehrmacht in der Ukraine und Russland im Einsatz. Continue reading

Krise, Umbruch und Verwirrung: Veranstaltung in Hannover

Es ist schwer zu verstehen, was sich in der Ukraine genau abspielt. Auch das Bild, das die Medien hierzulande liefern, vertieft eher Verwirrung als Kenntnisse zu verbessern. Wer kämpft wie und wofür? Wie passen eine „Revolution“ und „Sehnsucht nach Freiheit“ mit dem Verehren von Nationalisten zusammen? Welche „Verarbeitung der Vergangenheit“ findet in der Ukraine statt? Und welche gesellschaftlichen Umbrüche finden in den Auseinandersetzung der letzten Monate ihren Ausdruck, welche werden geschaffen? Continue reading

Ukraine – ein Reisebericht

Es ist schwer zu verstehen, was sich in der Ukraine genau abspielt. Auch das Bild, das die Medien liefern, vertieft eher Verwirrung als Kenntnisse zu verbessern. Wie passen eine „friedliche Revolution“ und „Sehnsucht nach Freiheit“ mit dem Verehren von Nationalisten zusammen? Wie sollen
bewaffnete Gruppen Frieden schaffen? Welche „Verarbeitung der Vergangenheit“ findet in der Ukraine statt?

Der Journalist Johannes Spohr (a&k, Jungle World) berichtet über die Reise einer Projektgruppe in die Ukraine Ende Mai 2014. Continue reading

Die Krise und Verwirrung: Ein Reisebericht aus der Ukraine.

Ukraine Themenabend im Projektehaus Potsdam

Vielen fällt es schwer zu verstehen, was sich in der Ukraine genau abspielt. Das widersprüchliche Bild, das die Medien über die Krise in der Ukraine liefern, vertieft eher die Verwirrung, als die Kenntnisse zu verbessern. Denn wie passen eine „friedliche Revolution“ und „Sehnsucht nach Freiheit“ mit dem verehren von Nationalisten zusammen, oder wie sollen bewaffnete Banden den Frieden schaffen? Was für eine „Verarbeitung der Vergangenheit“ findet in der Ukraine statt, wer zerstört welche Denkmäler und warum überhaupt? Die Verwirrung ist, so könnte man sagen, eines der Hauptmerkmale sowohl der ukrainischen Krise selbst, als auch unserer Einsichten in die Krise. Continue reading

Amtlich hofiert

Artikel in der Jungle World vom 30.1.2014:

Raucherecke von Johannes Spohr

»Man darf nicht vergessen, was in Hamburg passiert ist«, lautet die Gefahreneinschätzung von Polizeisprecher Roman Hahslinger für die Sperrzone rund um die Wiener Hofburg. Dort findet unter Polizeischutz alljährlich der »Akademikerball« statt, zu dem Burschenschaften Rechte aus ganz Europa einladen. Der ohnehin etablierte Pickelhaubenjournalismus wurde sicherheitshalber verordnet und so dürfen Journalisten die überdimensionierte Wasserwerferrangierzone, auf die sogar Hamburgs Polizei neidisch sein dürfte, eine halbe Stunde lang unter Aufsicht betrachten. Continue reading

Handzahm in der Zone

„Ein Platzverbot wird dann erlassen, wenn eine Gefährdungseinschätzung vorliegt und deswegen ein Platzverbot erlassen wird.“

Um den „Akademikerball“ am 24.1.2014 in Wien zu schützen, richtete die Polizei eine Sperrzone ein, die auch Journalist_innen nur im Rahmen einer halbstündigen Führung zum Ballbeginn betreten durften. Roman Hahslinger, Pressesprecher der Polizei, stand diesen dabei für ein Interview zur Verfügung.

So scheint es

Sabine Rennefanz, vielbesprochene Autorin von „Eisenkinder. Die stille Wut der Wendegeneration“ wies in ihren Lesungen und in Interviews zum Buch mehrfach darauf hin, dass es nur glücklichen Umständen zu verdanken sei, dass sie, Jahrgang 1974, aufgewachsen in Eisenhüttenstadt, Generation „Wendekind“ nicht (auch) den Weg in die neonazistische Szene der frühen 1990er Jahre im Osten genommen habe. Ein klein wenig rassistische Selbstverständlichkeit scheint aber doch hängengeblieben zu sein. Continue reading

berlin.bewegungs.profil.neurosen.

Vier mal Berlin im März.

„Schmeißt den Pöbel raus!“

Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) hat es momentan wirklich nicht einfach: Erst weigert sich der Neuköllner „Pöbel“, ihm zuzuhören, dann muss er sich auch noch für den Entstehungskontext des Buches rechtfertigen, aus dem er gern gelesen hätte. Continue reading