Herz und Hass

Artikel in der Jungle World vom 5.3.2015:

Raucherecke von Johannes Spohr

Der Lichtblick ist eigentlich Dresdens Sache nicht. Doch es gibt Momente, in denen man hoffen kann, die Dinge würden nicht nur schlechter. Während 400 Anhänger des britischen Pegida-Ablegers in Newcastle eine Niederlage erleiden, demonstrieren etwa 4000 Menschen unter dem Motto »Refugees welcome« in Sachsens Landeshauptstadt. Continue reading

“Für rassistische Täter herrscht nahezu Straflosigkeit”

Interview in der Jungle World vom 27.11.2014:

Anastasia Denisova aus Moskau arbeitet in der NGO Civic Assistance Committee (CAC), die seit 1990 vor allem Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten unterstützt. Vor kurzem war sie Referentin in Berlin, bei einer Veranstaltung von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« zum Umgang von Gesellschaft und Staat mit rassistischer Gewalt. Mit ihr sprach die Jungle World über die Zunahme rassistischer Übergriffe in Russland. Continue reading

Empörung reicht nicht

Artikel in der Jungle World vom 6.2.2014:

In Indien gibt es viele Gruppen, die mit unterschiedlichen Ansätzen Sexismus, Diskriminierung Gewalt gegen Frauen thematisieren. Manche gehen mit Bambusstöcken gegen die Täter vor.

von Johannes Spohr

Als Hohn, empörend und eine »Bankrotterklärung für die Regierung, die nicht begriffen hat, wie Frauen zu schützen sind«, bezeichnete im Januar die Autorin Binalakshmi Nepram eine aufsehenerregende Initiative der indischen Regierung. Diese ließ in der staatlichen Waffenfabrik einen Revolver speziell für Frauen entwickeln, der laut Verteidigungsministerium »einfach in der Anwendung« sei und für den es keinerlei Schießausbildung bedürfe. Continue reading

Law and Order auf Russisch

Linker Aktivismus und Repression in der Region Murmansk

Artikel in der Phase 2 #47, Dezember 2013:

In der deutschen Berichterstattung zu Menschenrechtsverstößen in Russland dominiert eine starke Distanzierung, die auch dazu dient, sich selbst positiv zu inszenieren. Der Tenor, der beim Anprangern von nicht eingehaltenen »Standards« mitschwingt, ist der einer aufgeklärten Nation, die dem »zurückgebliebenen« Russland nur mal zeigen müsse, wie zeitgenössische Demokratie aussähe. Continue reading

Amtlich hofiert

Artikel in der Jungle World vom 30.1.2014:

Raucherecke von Johannes Spohr

»Man darf nicht vergessen, was in Hamburg passiert ist«, lautet die Gefahreneinschätzung von Polizeisprecher Roman Hahslinger für die Sperrzone rund um die Wiener Hofburg. Dort findet unter Polizeischutz alljährlich der »Akademikerball« statt, zu dem Burschenschaften Rechte aus ganz Europa einladen. Der ohnehin etablierte Pickelhaubenjournalismus wurde sicherheitshalber verordnet und so dürfen Journalisten die überdimensionierte Wasserwerferrangierzone, auf die sogar Hamburgs Polizei neidisch sein dürfte, eine halbe Stunde lang unter Aufsicht betrachten. Continue reading

Handzahm in der Zone

„Ein Platzverbot wird dann erlassen, wenn eine Gefährdungseinschätzung vorliegt und deswegen ein Platzverbot erlassen wird.“

Um den „Akademikerball“ am 24.1.2014 in Wien zu schützen, richtete die Polizei eine Sperrzone ein, die auch Journalist_innen nur im Rahmen einer halbstündigen Führung zum Ballbeginn betreten durften. Roman Hahslinger, Pressesprecher der Polizei, stand diesen dabei für ein Interview zur Verfügung.

Den Ball flach halten

Artikel in der Jungle World vom 23. Januar 2014:

Am 24. Januar versammeln sich in Wien rechte Populisten und Neonazis zum Akademikerball.

von Johannes Spohr

Schon vor dem Beginn des diesjährigen Akademikerballs, wie der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) nun genannt wird, geht es in Wien heiß her. Der Kurier berichtete von einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Freiheitlicher Akademikerverbände, in der es heißt: »Die Straße frei den linken Bataillonen« – angelehnt an das Horst-Wessel-Lied (»Die Straße frei den braunen Bataillonen«). Die Korporierten wollen die gegen den Ball Demonstrierenden so als heutige SA darstellen. Continue reading

Von Berlin nach Wien: Gefahrengebiete all over.

An diversen sogenannten “kriminalitätsbelasteten Orten” hat die Berliner Polizei Sonderrechte. Im Alltag fällt das kaum auf – oder eben nur den davon besonders Betroffenen. Die Berliner Morgenpost veröffentliche dazu kürzlich eine Karte.

In Wien ließ sich die Polizei offenbar vom Hamburger “Gefahrengebiet” inspirieren und richtete anlässlich des am 24.1. stattfindenden rechten “Akademikerballs” (ehemals “Wiener Korporations-Ball”) eine, die halbe Innenstadt umfassende, Sperrzone ein, die Kritiker_innen als “Schutzzone für Rechtsextremismus” bezeichnen.

Eine Karte verdeutlicht den Umfang dieser Zone und beinhaltet weitere nützliche Informationen für das kommende Wochenende.